Was hinter gewissen „Schwächen“ von kleinen Helden auch stecken kann

Mundbewegung beim Schreiben

Vielleicht hast du das ein oder andere auch bei deinem Kind öfter beobachtet: der Kopf, wird ständig abgestützt, das Heft wird beim Schreiben schräg gelegt, das Kind liegt mit dem Kopf fast auf dem Tisch, Tollpatschigkeit, schlechte Raumorientierung. Schwierigkeiten einen Ball zu fangen, Schwimmen lernen fällt schwer, schlechte und verkrampfte Stifthaltung, der Mund bewegt sich beim Schreiben mit, Schuhe werden einseitig abgelaufen, mangelnde Impulskontrolle und heftige Gefühlsausbrüche.

Und wenn du dich mit deinem Kind mit täglichem Lern- oder Hausaufgabenstress konfrontiert siehst, hast du wahrscheinlich auch schon diverse Termine bei unterschiedlichen Therapien oder Nachhilfestunden zur Unterstützung hinter dich gebracht, um dem Drama zu Hause möglichst bald ein Ende zu setzen. Damit bist du nicht allein!

Es ist heute eher die Regel als die Ausnahme, dass in Schulklassen viele Schüler mit diesen Themen zu kämpfen haben: LRS, Dyskalkulie, AD(H)S, Zappelphilipp-Syndrom, mangelndes Konzentrationsfähigkeit oder unleserlichem Schriftbild.

 

Was steckt da nur dahinter?

 

Die Ursache dafür können nicht integrierte frühkindliche Urreflexe sein. Welche Bedeutung haben Reflexe in unserer Entwicklung und warum sind sie wichtig? Urreflexe sind dem Menschen von Natur aus mitgegeben und basieren auf einem genetischen Code.  Es sind automatische, stereotype Bewegungen, die vom Gehirnstamm gelenkt werden. Sie tragen einen wesentlichen Teil zu unserer motorischen und neuronalen Entwicklung bei. Reflexe sind z. B. notwendig bei der Geburt und im ersten Lebensjahr. Sie unterstützen Kinder in ihrem Entwicklungsprozess auf körperlicher und mentaler Ebene.

 

Ein kleiner integrierter „Fitnesstrainer

Das kannst du dir so vorstellen, wie kleiner integrierter „Fitnesstrainer“, der bereits im Bauch der Mama und im ersten Lebensjahr dafür sorgt, dass in den  Entwicklungsstadien des Kindes entsprechende „Übungen“ gemacht werden. Also ein rudimentäres Training für viele spätere willensgesteuerte Fertigkeiten. Reflexe sind ,,unwillkürliche” Bewegungsmuster, die das Kind nicht willentlich steuern kann. Sie sind u.a. wichtig für den Muskelaufbau, die Augenmuskulatur, den Gleichgewichtssinn und mit verantwortlich für die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik und der Körperwahrnehmung.

Die Reflexe müssen sich entwickeln können, dann das Training des Babys/Kleinkindes übernehmen und anschließend wieder in den Hintergrund treten, sprich integriert oder gehemmt sein. Ist das geschafft, sorgen sie dafür, dass wir z.B. ruhig sitzen können, aufmerksam und konzentriert sein können. Oder dafür, dass wir unsere lmpulse kontrollieren können. Bleiben nach dem 12. Lebensmonat noch aktiv, können sie dafür verantwortlich sein, dass dein Kind später noch immer „unreife“ Verhaltensmuster zeigt.

 

Wieso kann der Fitnesstrainer mal nicht seinen Job machen?

 

Wenn eine Schwangerschaft mit Komplikationen verbunden war oder die Mutter viel Stress hatte, vielleicht sogar lange liegen musste, kann das ein Grund sein, wieso die frühkindlichen Reflexe nicht ihren Job machen konnten. Auch bei der Geburt sind frühkindliche Reflexe im Einsatz und kam es vielleicht zu einem Kaiserschnitt oder anderen Schwierigkeiten, wäre das auch ein Störfaktor für den „Fitnesstrainer“. Oder das Kind hatte im ersten Lebensjahr Krankheiten, die es in seiner Bewegung eingeschränkt hat, es war wenig auf dem Bauch gelegen oder es hat z. B. einfach das Krabbeln ausgelassen, dann kann das ein Grund sein, weshalb noch immer frühkindliche Reflexe aktiv sind.

 

Aufmerksamkeit – Balance – Koordination

 

 

Zu Beginn der Schule, geht man davon aus, dass gewissen Fähigkeiten vorhanden sind. Wie still sitzen können, aufmerksam sein, einen Stift halten und das Augen Bewegungen ausführen können, die es braucht um Lesen zu lernen. Bei manchen Kids ist dieses Fundament nicht so stabil vorhanden. Daran ist niemand schuld! Die frühkindlichen Reflexe konnten einfach nicht das Training beenden oder überhaupt durchführen. Und dann fühlt es sich so ähnlich an, als ob der „kleine Fitnesstrainer“ täglich vorbeikommt, um zu trainieren. Das heißt, es gibt immer noch unwillkürliche Bewegungsmuster, die das Kind nicht steuern kann. Es muss sie kompensieren und das kostet viel Energie, die dann für z. B. die schulischen Aufgaben, Lernen oder Impulskontrolle fehlt.  Jetzt ist dir vielleicht klarer, was hinter den für dich oft anstrengenden Verhalten deines kleinen Helden oder deiner kleinen Heldin stecken kann.

 

Ein „Heldentraining“ für ein stabiles Fundament

Die gute Nachricht ist, dass unser Gehirn in der Lage ist nachzureifen. Es hat echte Superkräfte! Das kann mit einem speziellen Bewegungsprogramm (RIT®-Reflexintegration) erfolgen. Einzelne Reflexmuster können ausgelöst und durch Bewegungsübungen anschließend gehemmt werden. Die kleinen Helden können zunehmend willentliche Bewegungen ausführen, ohne durch Reflexbewegungen gestört zu werden.

 

Wie läuft so ein Training ab?

 

Anhand eines ausführlichen Fragebogens und eines Tests wird festgestellt, ob Reflexintegration für das Kind in Frage kommt. Zur Durchführung kommt das Kind in Begleitung von Mutter oder Vater einmal im Monat in die Praxis. Der RIT®-Trainer/in führt die Integration der Reflexe durch und zeigt die Übungen, die im Anschluss 4 Wochen lang zu Hause gemacht werden. Diese einfachen Übungen werden an fünf Tagen in der Woche einmal täglich für ca. zehn Minuten wiederholt. Der Prozess der Entwicklung kann zwischen 10 und 12 Monaten in Anspruch nehmen. Wobei oft  kleine Sprünge oder Erleichterungen beim Kind Teilergebnisse sind. Es braucht Geduld, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft die täglichen 10 Minuten Zeit für dein Kind.

So kann eine Veränderung und Erleichterung für Kinder erfolgen. Die Schule kann wieder Spaß machen, das Lernen fällt leichter, der Stress mit den Hausaufgaben kann verschwinden. Unter  rit-reflexintegration.de findest du noch mehr Information zum Thema und viele gut ausgebildete RIT® Trainer/innen. Wir arbeiten oft mit anderen Experten zusammen und haben einen Blick auf mögliche andere Hintergründe für die Situation des Kindes. Oft sind RIT®-Trainer auch Kinder- und Jugendcoaches und haben damit auch noch weitere Möglichkeiten, dein Kind gut zu begleiten.

Es ist mir und  ein Anliegen, das Wissen über Reflexintegration nach draußen zu tragen, denn so besteht die Möglichkeit, Kinder frühzeitig zu unterstützen. Denn ganz oft werden Kinder in eine Schublade gesteckt, in die sie gar nicht gehören und dann nur schwer wieder rauskommen!

Liebe Helden-Mama oder lieber Helden-Papa, nimm nicht sofort jeden „Stempel“ der deinem Kind vielleicht aufgedrückt wird als 100% richtig an. Informiere dich umfangreich und vielleicht ist ein RIT®-Trainer/in in deiner Nähe, mit dem du dich austauschen kannst. Du findest Trainer nach Postleitzahlen und Orten auf der Seite https://rit-reflexintegration.de/

Viele RIT®-Trainer geben auch kostenlose Vorträge zum Thema Reflexintegration. Falls du mehr darüber wissen möchtest, ich gebe in meiner Praxis regelmäßig Infovorträge, auf meiner facebook Seite findest du die Termine. Wenn du den den Fragebogen gern mal für dein Kind beantworten möchtest, um eine erste Einschätzung zu haben – auf meiner Seite findest du den Fragebogen zum Download. Falls du Fragen hast oder gern mal ein Gespräch führen möchtest, kannst du mich jederzeit kontaktieren.