Hat mein Kind ADHS? Nicht jede Unruhe bedeutet ADHS.
Wenn dein Bauchgefühl dir sagt: Irgendetwas stimmt nicht.
Vielleicht stellst du dir diese Frage schon seit einiger Zeit.
Dein Kind kann kaum still sitzen, vergisst ständig Dinge, verliert schnell die Konzentration oder reagiert impulsiv. Hausaufgaben werden zum täglichen Kraftakt und selbst kleine Aufgaben scheinen zur Herausforderung zu werden.
Vielleicht hast du von Erziehern oder Lehrkräften bereits Hinweise bekommen. Oder Menschen in deinem Umfeld sagen Sätze wie:
„Das klingt doch nach ADHS.“
Als Mutter oder Vater kann das sehr verunsichern.
Vielleicht fragst du dich:
„Hat mein Kind ADHS?“
Diese Frage beschäftigt viele Familien. Und das ist verständlich. Denn es gibt soviel Druck im Schulsystem und die Sorge darum, etwas bei deinem Kind zu übersehen, ist berechtigt. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen: Nicht jedes unruhige, impulsive oder leicht ablenkbare Kind hat ADHS und braucht Medikamente.
Diese Verhaltensweisen die ADHS zugeschrieben werden, können unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen und das Kind in seiner gesamten Entwicklung zu betrachten.
Nicht jede Unruhe bedeutet ADHS
Kinder sind von Natur aus unterschiedlich. Manche sind temperamentvoll, andere sensibel, manche brauchen mehr Bewegung oder reagieren stärker auf ihre Umgebung.
Wenn Konzentration, Impulskontrolle oder Selbstregulation über längere Zeit Schwierigkeiten bereiten, können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Schlafmangel
- Stress oder Überforderung
- täglicher digitaler Konsum (Smartphone, Tablets, Zocken)
- emotionale Belastungen
- Seh- oder Hörbeeinträchtigungen
- Entwicklungsbesonderheiten
- Nährstoffmangel
- ein sensibles oder schnell überreiztes Nervensystem
- ADHS
- sowie noch aktive frühkindliche Reflexe.
Deshalb ist eine vorschnelle Einordnung selten hilfreich. Viel wichtiger ist es, die möglichen Ursachen sorgfältig zu betrachten. Eine andere Perspektive zu dem Thema zeigt auch die Arbeit von Gerald Hüther – Dr. rer. nat. Dr. med. habil., Neurobiologe auf.
💡 Gut zu wissen
Nicht jedes Kind mit Konzentrations- oder Verhaltensauffälligkeiten hat ADHS. Gleichzeitig sind frühkindliche Reflexe keine Erklärung für alle Herausforderungen. Eine ganzheitliche Betrachtung hilft dabei, mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen.
Welche Rolle können frühkindliche Reflexe spielen?
Frühkindliche Reflexe begleiten jedes Baby in den ersten Lebensmonaten und unterstützen wichtige Entwicklungsschritte. Normalerweise integrieren sie sich im Laufe der Entwicklung.
Bleiben einzelne Reflexe bestehen, kann das Nervensystem dauerhaft mehr Energie aufwenden, um Bewegungen und Reize zu verarbeiten. Diese Energie fehlt natürlich dann für das was heute von Kindern ab dem Alter von 6 Jahren verlangt wird.
Dadurch können Verhaltensweisen entstehen, die ADHS ähneln, zum Beispiel:
- motorische Unruhe
- schnelle Ablenkbarkeit
- impulsive Reaktionen
- Schwierigkeiten bei der Konzentration
- geringe Frustrationstoleranz
- Probleme beim Schreiben oder Lesen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass frühkindliche Reflexe ADHS verursachen.
ADHS ist ein eigenständiges neuroentwicklungsbedingtes Störungsbild und sollte von entsprechend qualifizierten Fachpersonen diagnostiziert werden.
Im Rahmen einer KinFlex®-Therapie überprüfe ich, ob noch aktive frühkindliche Reflexe vorliegen und ob diese einen Einfluss auf die Entwicklung und Verhalten deines Kindes haben könnten. Die Begleitung ersetzt dabei keine medizinische oder psychologische Diagnostik.
Woran erkennst du mögliche Hinweise?
Folgende Beobachtungen können Anlass sein, genauer hinzuschauen:
- dein Kind ist ständig in Bewegung
- es fällt schwer, sich länger zu konzentrieren
- Arbeitsaufträge werden schnell vergessen
- Hausaufgaben dauern ungewöhnlich lange
- starke Impulsivität
- geringe Frustrationstoleranz
- schnelle emotionale Überreaktionen
- Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben
- motorische Ungeschicklichkeit
- Probleme, sich nach aufregenden Situationen wieder zu beruhigen
Diese Anzeichen allein bedeuten weder automatisch ADHS noch aktive frühkindliche Reflexe. Sie können jedoch ein Anlass sein, die Entwicklung des Kindes genauer anzuschauen.
Erfahrungen aus meiner Praxis
Immer wieder begleiten mich Familien, die mit der Frage zu mir kommen:
„Hat unser Kind vielleicht ADHS?“
Oft haben sie bereits viele Gespräche geführt und verschiedenste Erklärungen gehört.
Mein erster Schritt ist nie eine vorschnelle Antwort.
Gemeinsam schauen wir zunächst auf die Entwicklungsgeschichte des Kindes. Wie war die Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr. Was war auch im Leben der Mutter zu dem Zeitpunkt der Schwangerschaft los. Mit einem Fragebogen erhalten Eltern und ich einen ersten Eindruck, ob noch aktive frühkindliche Reflexe eine Rolle spielen könnten.
Viele Eltern empfinden es als entlastend, Zusammenhänge besser zu verstehen und ihr Kind mit einem neuen Blick wahrzunehmen – unabhängig davon, ob später eine ADHS-Diagnostik erfolgt oder nicht. Ich habe sogar schon Kinder in meiner Praxis begleitet, die nach der KinFlex®-Therapie die Medikamente absetzen konnten.
Aus meiner Erfahrung lohnt es sich immer zunächst die Ursache zu finden. Leider wissen viel zu wenig Eltern um die Bedeutung von frühkindlichen Reflexen und mittlerweile werden Kinder viel zu schnell in diese ADHS-Schublade gesteckt und Medikation viel zu schnell verschrieben. Sogar, wenn das für die Experten gar nicht so eindeutig ist. Auch das hab ich in meiner Praxis schon von Eltern berichtet bekommen, die sehr dankbar waren, was KinFlex® für ihren Sohn möglich gemacht hat.
So läuft die KinFlex®-Begleitung ab
Zu Beginn füllst du einen Fragebogen aus, der dir schon mal einen ersten Eindruck gibt, ob frühkindliche Reflexe noch Stress verursachen. Beim ersten Termin steht ein ausführliches Kennenlernen im Fokus.
Gemeinsam schauen wir auf die Entwicklung deines Kindes und ich höre mir die Wünsche für Veränderung deines Kindes an. Das ist mir wichtig, denn wenn Kinder wissen, warum sie zu mir kommen, fühlen sie sich auch abgeholt.
Ich erkläre genau wie alles abläuft und was dein Kind erwartet. Das gibt Sicherheit und schafft Vertrauen. Es braucht nicht mehr als 5 Termine für die Entstressung des Körpersystems. Und eine Sitzung ist für dich als Mama oder Papa mit dabei.
Während der gesamten Begleitung stehe ich euch zur Seite und beobachte gemeinsam mit euch die Entwicklungsschritte.
Mehr über den Ablauf erfährst du auf meiner KinFlex®-Seite.
Häufige Fragen
Bedeutet Unruhe automatisch ADHS?
Nein. Unruhe kann viele verschiedene Ursachen haben. Eine sorgfältige Diagnostik und eine ganzheitliche Betrachtung sind wichtig.
Können frühkindliche Reflexe ähnliche Symptome wie ADHS verursachen?
Persistierende frühkindliche Reflexe können unter anderem Konzentration, Motorik oder Selbstregulation beeinflussen. Einige Verhaltensweisen können sich deshalb ähneln.
Ersetzt KinFlex® eine ADHS-Diagnostik?
Nein. KinFlex® ersetzt keine ärztliche oder psychologische Diagnostik und stellt keine ADHS-Diagnose.
Was passiert, wenn bei meinem Kind tatsächlich ADHS diagnostiziert wird?
Auch dann lohnt sich ein individueller Blick auf die Entwicklung des Kindes. Ob eine KinFlex®-Therapie ergänzend sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam.
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Du möchtest herausfinden, ob frühkindliche Reflexe bei deinem Kind eine Rolle spielen könnten?
Wenn dein Kind immer wieder von seinen Gefühlen überwältigt wird und du das Gefühl hast, dass hinter den Wutausbrüchen mehr steckt, musst du diesen Weg nicht allein gehen.
In einem unverbindliches Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam auf die Situation deines Kindes und klären, ob eine KinFlex®-Begleitung sinnvoll sein kann.